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Geburtstrauma bei Müttern und Vätern: Anzeichen, Hilfe und Selbsthilfe

Als Geburtspsychologin bin ich oft mit den Folgen einer belastenden Geburtserfahrung oder eines Geburtstraumas konfrontiert. Es ist wichtig zu wissen, dass diese Erfahrungen nicht nur die Mutter, sondern auch den Vater betreffen können. Ein belastendes Geburtserlebnis kann sowohl bei der Mutter als auch beim Vater zu emotionalen, psychischen und auch körperlichen Auswirkungen führen. Die Eltern können nach einer Geburt, die zum Albtraum wurde, unter anderem unter posttraumatischem Stress, Ängsten, Schuldgefühlen, Depressionen, Schlafstörungen oder Flashbacks leiden.
Für den Vater kann ein solches Erlebnis ebenfalls traumatisch sein, da er sich machtlos fühlen kann und nicht genug Unterstützung und Information erhält. Auch kann es zu Schuldgefühlen kommen, wenn er denkt, nicht genug für seine Partnerin oder das Kind getan zu haben.
Es ist wichtig, dass Geburtspsychologinnen, Geburtshelfer und medizinisches Personal sowohl die Mutter als auch den Vater bei der Verarbeitung des Geburtstraumas seelisch unterstützen. Dies kann durch Aufklärung über mögliche Reaktionen, Behandlungsmöglichkeiten oder Therapien geschehen.
Auch eine offene und wertschätzende Kommunikation zwischen den Eltern sowie das Einbeziehen des Vaters in den Prozess der Geburtsverarbeitung kann sehr hilfreich sein. Oftmals können gemeinsame Gespräche, das Teilen der Gefühle und das gegenseitige Verständnis dabei helfen, das Trauma zu bewältigen.
Es ist entscheidend, dass auch der Vater Raum und Unterstützung erhält, um seine eigenen Erfahrungen und Emotionen zu bearbeiten. Eine belastende Geburtserfahrung betrifft nicht nur die Mutter, sondern die gesamte Familie. 

Was ist ein Geburtstrauma?

Ein Geburtstrauma ist eine psychische Verletzung, die durch eine äußerst belastende und traumatische Geburt und das Gefühl der Hilflosigkeit hervorgerufen wird. Wichtig ist zu wissen, dass ein Geburtstrauma nicht nur durch einen Kaiserschnitt hervorgerufen werden kann, sondern dass auch eine “natürliche Entbindung” als traumatisch erlebt werden kann. Häufig kommt es zu Störungen des Geburtsverlaufs, welcher zu einer Interventionsspirale und in der Folge zu Komplikationen führt. Auch Gewalt unter der Geburt ist leider vermehrt einer der Hauptgründe für ein Geburtstraumata. 

Diese belastende Erfahrung kann für die betroffenen Eltern sowohl emotional als auch körperlich sehr schwerwiegende Folgen haben und sich auf verschiedene Art und Weise manifestieren. Die Symptome eines Geburtstraumas können vielfältig sein und reichen von Flashbacks, Albträumen und Angstzuständen bis hin zu Depressionen, Schlafstörungen und Panikattacken. Es ist auch möglich, dass körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme oder chronische Schmerzen auftreten. Die Auswirkungen eines Geburtstraumas können das tägliche Leben Mutter und Kind (sowie vom Vater) stark beeinträchtigen und es ist wichtig, dass betroffene Personen professionelle Unterstützung erhalten, um mit den Folgen umgehen zu können. Es gibt verschiedene Therapieansätze, wie zum Beispiel die Traumatherapie, die helfen kann, das Trauma zu verarbeiten und die betroffenen Eltern und das Baby auf dem Weg der Heilung zu unterstützen. Es ist wichtig, dass betroffene Eltern wissen, dass sie nicht alleine sind und es Hilfe und Unterstützung gibt, um mit einem Geburtstrauma aufzuarbeiten.

Emotionale und psychische Symptome und Anzeichen für ein Geburtstrauma

Geburtstrauma kann eine Reihe von emotionalen Symptomen hervorrufen, die das Wohlbefinden der Mutter beeinträchtigen können. Diese Symptome können variieren, aber einige der häufigsten sind:

  • Angstzustände und Panikreaktionen, einschließlich Flashbacks oder Albträume
  • Gefühle der Schuld, Scham und Hilflosigkeit
  • Schwierigkeiten bei der Bindung zum Kind und Beziehungsprobleme
  • Traurigkeit, Depressionen oder Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)
  • Schwierigkeiten, sich an die Geburt zu erinnern und Vermeidung von Gesprächen darüber
  • Negative Einstellung zur Geburt und Angst vor zukünftigen Schwangerschaften oder Geburten

Körperliche Symptome eines Geburtstraumas

Neben den emotionalen und psychischen Symptomen kann ein Geburtstrauma auch körperliche Beschwerden verursachen. Diese können beinhalten:

  • Schmerzen oder Beschwerden im Unterleib
  • Schlafstörungen
  • Verdauungsprobleme
  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Probleme mit der Sexualität

Es ist wichtig zu beachten, dass diese emotionalen Anzeichen nicht ausschließlich auf ein Geburtstrauma hinweisen müssen, sondern auch auf andere Ursachen zurückzuführen sein können. Daher ist es ratsam, bei Verdacht auf ein Geburtstrauma professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um eine genaue Diagnose zu erhalten und angemessene Unterstützung zu erhalten.

Hilfe nach belastenden Geburtserfahrungen

Wenn du glaubst, dass du unter einem Geburtstrauma leidest, ist es wichtig, dass du dir Hilfe suchst, um das Trauma zu überwinden. Es ist niemals ein Zeichen von Schwäche sich Hilfe zu suchen, sondern viel eher ein Zeichen der Stärke, wenn du dir Unterstützung suchst. Natürlich ist auch noch eine Aufarbeitung Monate oder Jahre nach der Geburt grundsätzlich möglich, doch für eine möglichst gute Aufarbeitung ist schnelles Handeln gefragt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit einem Geburtstrauma umzugehen, z. B.:

  • Therapie: Eine Therapie kann dir helfen, die traumatische Erfahrung zu verarbeiten und mit den damit verbundenen Emotionen umzugehen.
  • Selbsthilfegruppen: In Selbsthilfegruppen kannst du dich mit anderen Frauen austauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
  • Meditation oder Entspannungstechniken: Meditation oder Entspannungstechniken können dir helfen, Stress und Angst zu reduzieren.

Selbsthilfe

Neben professioneller Hilfe gibt es auch einige Dinge, die du selbst tun kannst, um mit einem Geburtstrauma umzugehen:

  • Spreche mit jemandem, dem du vertraust. Das kann deine Hebamme, eine Freundin/ein Freund, deine Eltern oder auch dein Arzt sein. Ein Gespräch kann dir helfen, die Ereignisse zu verarbeiten und zu verstehen.
  • Schreiben Sie auf, was du erlebt hast. Das kann dir helfen, deine Gedanken und Gefühle zu ordnen.
  • Mache einen Geburtstrauma-Test. Dieser Test kann dir dabei helfen, das Trauma wirklich zu erkennen und es anschließend Schritt für Schritt zu verarbeiten. (Test für Mütter, Test für Partner)
  • Lasse dir Zeit. Die Verarbeitung einer traumatischen Erfahrung braucht Zeit.

Spätfolgen einer belastenden oder traumatischen Geburt

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Auswirkungen eines Geburtstraumas nicht nur unmittelbar nach der Geburt auftreten können, sondern sich auch über einen längeren Zeitraum hinweg bemerkbar machen können. Als Mutter könntest du noch lange Zeit nach der Geburt unter den Spätfolgen leiden. Du könntest immer wieder mit belastenden Erinnerungen an die Geburt konfrontiert werden und Schwierigkeiten haben, diese zu verarbeiten. Dies kann zu anhaltenden Ängsten, Panikattacken oder Depressionen führen, die dein alltägliches Leben beeinflussen können.

Auch dein Partner kann von den Spätfolgen eines Geburtstraumas betroffen sein. Er könnte weiterhin mit Gefühlen von Hilflosigkeit oder Schuldgefühlen kämpfen, da er möglicherweise nicht in der Lage war, dich ausreichend zu unterstützen oder die traumatische Erfahrung miterlebt hat.

Für euer Kind können sich die Spätfolgen eines Geburtstraumas ebenfalls bemerkbar machen. Es könnte Schwierigkeiten bei der emotionalen Bindung zu dir als Mutter haben und Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Diese Herausforderungen können das Familienleben belasten und zusätzliche Unterstützung erfordern.

Fazit

Ein Geburtstrauma ist eine ernst zu nehmende psychische Erkrankung, die die Lebensqualität vieler Frauen und Männer erheblich beeinträchtigen kann. Wenn du glaubst, dass du unter einem Geburtstrauma leidest, zögere nicht, dir Hilfe zu suchen. Spezialisierte Hebammen, Geburtspsychologen, Psychotherapeuten und Ärzte können dir helfen. Die Verarbeitung von Traumata ist auch von großer Bedeutung, um die Gefahr von einer Wochenbettdepression zu reduzieren. 

Zusätzliche Tipps für Mütter:

  • Gönn dir Zeit für dich selbst. Es ist wichtig, dass du dir nach der Geburt Zeit zum Entspannen und Erholen nimmst.
  • Achte auf deine Bedürfnisse. Es ist wichtig, dass du auf deine Bedürfnisse achtest und dir nicht zu viel zumutest.
  • Such dir Unterstützung. Es kann hilfreich sein, sich von Freunden, Familie oder einer Hebamme unterstützen zu lassen.

Zusätzliche Tipps für Väter:

  • Sei für deine Partnerin da. Es ist wichtig, dass du für deine Partnerin da bist und ihr emotionalen und praktischen Support bietest.
  • Sprich mit deiner Partnerin über deine Gefühle. Es ist wichtig, dass du dich mit deiner Partnerin über deine Gefühle austauschen kannst.
  • Such dir Unterstützung. Es kann hilfreich sein, sich von Freunden, Familie oder einem anderen Vater Unterstützung zu suchen.


Ich hoffe, dieser Artikel hat dir geholfen, mehr über Geburtstrauma zu erfahren. Wenn du glaubst, dass du unter einem Geburtstrauma leidest, zögere nicht, dir Hilfe zu suchen. Es gibt Fachleute wie Therapeuten und Psychologen, die dir bei der Verarbeitung und Bewältigung eines Geburtstraumas helfen können. Gerne kannst du dich auch direkt an uns wenden oder jetzt den wissenschaftlich fundierten Geburtstrauma-Test machen (Geburtstrauma-Test für Mütter, Geburtstrauma-Test für Partner), um deine Aufarbeitung jetzt zu starten.

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