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Bindung von Anfang an-Podcast · Episode 29

Episode 029 – Bindungsaufbau mit Frühchen im Krankenhaus

Bindung zu einem Frühchen im Krankenhaus - ein Thema welches uns sehr berührt. Aus eigener Erfahrungen können wir über unsere Erlebnisse und Erkenntnisse aus der Neonatologie berichten. Wenn ein Kind zu früh geborenen wird, steht zunächst an oberster Stelle das Überleben zu sichern. Darin ist die Ärzte großartig. Wie vielleicht nur wenige Bereiche in der Medizin, hat die Neonatologie in den letzten Jahren eine unglaubliche Entwicklung erfahren. Doch direkt an zweiter Stelle und von herausragender Bedeutung ist die Bindung. Eine gute, frühe Bindung kann - besonders auch bei Frühchen - unbeschreibliches für eine gute und schnelle Entwicklung leisten. Wir geben dir Tipps zum frühen Bindungsaufbau auf der Frühgeborenen (Intensiv-)Station.

Dauer: 23:22 Minuten
Zu Gast: Sven
25.01.2020

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Das nimmst du mit

- Bindung ist auch im Krankenhaus möglich, durch Körperkontakt, Berührung, Stimme, Blickkontakt und verlässliche Anwesenheit. - Eltern dürfen informiert nachfragen und sich aktiv an Pflege, Füttern und Beruhigung ihres Frühchens beteiligen. - Weinen bei Nähe kann Ausdruck von Sicherheit und aufgestauter Anspannung sein und darf liebevoll begleitet werden. - Ein unterstützendes Netzwerk und psychologische Begleitung entlasten Eltern während und nach der intensiven Klinikzeit.

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Als wir unseren kleinen Herzensmenschen zum ersten Mal auf der Frühchenstation besuchten, war da zunächst diese große Frage: Wie sollen wir zwischen Inkubator, Kabeln und medizinischen Abläufen überhaupt eine Verbindung aufbauen? Alles wirkte starr, laut und überwältigend. Und doch spürten wir, dass dieses Baby nicht nur medizinische Versorgung brauchte, sondern Menschen, die es hielten, ihm zuhörten und seine Gefühle aushielten.

Über sechs Wochen begleiteten wir den kleinen Menschen in zwei unterschiedlichen Kliniken. Wir übernahmen das Füttern, hielten seine Hand, sprachen und sangen für ihn. Sobald es möglich war, verbrachten wir viel Zeit mit ihm im Körperkontakt. Dabei beobachteten wir etwas Berührendes: Er wurde ruhiger, brauchte weniger Medikamente und seine Vitalparameter verbesserten sich. Was für uns intuitiv und selbstverständlich erschien, überraschte teilweise sogar das medizinische Personal.

Ich möchte Dir Mut machen, Deiner Wahrnehmung zu vertrauen. Wenn Dein Baby bei Nähe weint, bedeutet das nicht automatisch, dass Du es überforderst. Vielleicht spürt es gerade zum ersten Mal genügend Sicherheit, um seine Anspannung auszudrücken. Du musst dieses Weinen nicht wegmachen. Du darfst einfach da sein, halten, atmen und begleiten.

Natürlich ist nicht immer Hautkontakt möglich. Doch Bindung kennt viele Wege: Deine Stimme, Dein Geruch, Deine Hand am Inkubator, liebevolle Gedanken und Deine verlässliche Anwesenheit. Frage das Klinikpersonal, was Du übernehmen darfst, und nimm psychologische Unterstützung sowie Hilfe aus Deinem Umfeld an.

Auch nach der Entlassung dürft Ihr Euch bewusst Zeit zum Ankommen nehmen. Tragen, Hautkontakt, bindungsorientiertes Füttern oder ein Bondingbad können Euch helfen, Verlorenes behutsam nachzuholen. Ihr müsst dabei nichts perfekt machen. Beziehung wächst durch viele kleine Momente echter Nähe.

Wenn du deine Erfahrungen gemeinsam sortieren möchtest, schreib mir gerne eine Nachricht.

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