Bindung von Anfang an-Podcast · Episode 47
Episode 047 – Was tun nach einem traumatischen Kaiserschnitt?
Achtung ⚠️ ein Kaiserschnitt ist nicht per se traumatisch. Aber da er sehr interventionsreich ist und wenig Selbstwirksamkeit bietet, hat er ein gewisses Traumapotential. Herzlichst Deine Anabel
Jetzt anhören
Das nimmst du mit
Passende Ratgeberartikel
Artikel zur Podcastfolge
Vielleicht hattest du dich voller Vertrauen auf die Geburt vorbereitet und plötzlich war alles anders. Entscheidungen wurden getroffen, die Situation wurde hektisch, du hast die Kontrolle verloren oder warst durch eine Vollnarkose bei der Geburt deines Kindes nicht bewusst dabei. Danach kann sich nicht nur dein Körper verletzt anfühlen. Auch die Verbindung zu deinem Baby, zu dir selbst und zu deinem neuen Leben als Mutter kann fremd oder unerreichbar wirken.
Ich möchte dir sagen: Du bist damit nicht allein und du bist keine schlechte Mutter. Wenn du Ablehnung, Leere, Schuld oder Scham empfindest, sind diese Gefühle nicht dein wahrer Kern. Sie können Ausdruck eines zutiefst überforderten und verletzten Nervensystems sein.
Hier stelle ich dir drei sanfte Möglichkeiten vor, die euch beim gemeinsamen Ankommen unterstützen können. Viel Hautkontakt schenkt deinem Körper und deinem Baby Wärme, Oxytocin und neue Erfahrungen von Sicherheit. Ein Bonding-Bad kann zu einem heilsamen Ritual werden, bei dem dein Baby noch einmal in Ruhe und Geborgenheit auf deinem Körper ankommen darf. Auch ein Geburtsgespräch kann Verbindung schaffen: Du erzählst deinem Baby mit deinen eigenen Worten, was geschehen ist, benennst eure Gefühle und vermittelst eine wichtige Botschaft: Jetzt sind wir zusammen. Ich bin da. Du bist sicher.
Dabei gibt es keinen Zeitplan, den du erfüllen musst. Vielleicht möchtest du sofort beginnen, vielleicht brauchst du Monate. Beides ist richtig. Spüre behutsam, was dir und deinem Baby guttut, und hole dir Unterstützung, wenn das Weinen, die Erinnerungen oder die innere Belastung zu viel werden. Heilung darf in kleinen Schritten geschehen. Ihr habt die Geburt gemeinsam überstanden, und jetzt darf langsam wieder Nähe, Vertrauen und Freude wachsen.
Wenn du deine Erfahrungen gemeinsam sortieren möchtest, kannst du mit unserem Geburtstrauma-Selbsttest beginnen oder mir direkt eine Nachricht schreiben. Lies auch unseren begleitenden Ratgeber über Schuld und Scham nach der Geburt.
Dein nächster guter Schritt
Nimm dir die Unterstützung, die gerade zu dir und deiner Situation passt.
Show Notes lesen
Achtung ⚠️ ein Kaiserschnitt ist nicht per se traumatisch. Aber da er sehr interventionsreich ist und wenig Selbstwirksamkeit bietet, hat er ein gewisses Traumapotential. Herzlichst Deine Anabel
Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass du weißt: Du bist auf deinem Weg als Mutter, mit all deinen Sorgen, Ängsten und auch den wundervollen Momenten, niemals allein. Jede Schwangerschaft, jede Geburt und der intensive Alltag mit deinem Baby ist eine zutiefst persönliche Reise, die Zeit, Verständnis und einen feinfühligen, geschützten Raum braucht, um sich zu entfalten.
Die frühe Verbundenheit zwischen dir und deinem Kind ist das Fundament für ein ganzes Leben voller Vertrauen und innerer Sicherheit. Dieser unsichtbare Faden beginnt sich bereits in der Schwangerschaft zu knüpfen und wächst durch jeden bewussten Moment des Innehaltens und der Zuwendung. In meiner Begleitung helfe ich dir, diese Beziehung feinfühlig zu stärken. Wenn du tiefer in die Bindungsanalyse eintauchen oder bindungsorientierte Wege für euch entdecken möchtest, lade ich dich herzlich zu einem kostenfreien Erstgespräch ein, in dem wir gemeinsam eure Situation betrachten.
Möchtest du die Bindung zu deinem Kind von Anfang an stärken? Schreib mir einfach eine Nachricht oder vereinbare ein kostenfreies Erstgespräch. Gemeinsam besprechen wir eure Situation und finden Wege in eine enge, sichere Verbundenheit.
Transkript lesen
Hallo und herzlich willkommen hier im Bindung von Anfang an Podcast. Mein Name ist Anna Bergalster. Ich bin Geburtspsychologin und mache diesen Podcast schon sehr lange und wie du siehst, gebe ich immer mal wieder was Neues rein und berichte euch hier, was mich beschäftigt zum Thema ja, wie kann man Bindung leben schon in der Schwangerschaft, aber auch gerade nach schwierigen Geburten in der Babyzeit. Und ich möchte hier Eltern unterstützen, inspirieren, wie sie ihren Weg, ihren bindungsorientierten Weg finden können und wie sie eben auch nach schwierigen Situationen, Geburten, Anfangszeit heilen können.
Heute habe ich euch drei Übungen mitgebracht, weil das Thema einfach auch in meiner Begleitung wieder sehr aktuell ist. Was tun nach einem traumatischen Kaiserschnitt? Und ja, ich wünsche euch einfach ganz viel Inspiration und viel Freude beim Ausprobieren und erforschen. Kaiserschnitt ist eine beliebter Geburtsmodus in Deutschland.
Wir liegen bei 30, teilweise über 30% Kaiserschnittrate in den Kliniken, was einfach zeigt, dass viele Frauen davon betroffen sind. Eben aber auch viele Frauen, die davon gar nicht ausgehen, die in die Geburt starten und nicht davon ausgehen, dass sie in einem Kaiserschnitt landen. Das liegt unter anderem auch daran, dass die meisten Kaiserschnitte sozusagen, also sogenannte präventive Kaiserschnitte sind. Das heißt, die werden gemacht, weil man Sorge hat, es könnte schiefgehen oder es könnte sich verschlechtern die Situation bzw.
weil die Interventionsspirale durch Medikamente, durch das Eingreifen von außen schon so weit fortgeschritten ist, dass wirklich dann auch ein Kaiserschnitt notwendig wird. Das bestätigt die WHO, die ja von 10 % medizinisch indizierten Kaiserschnitten ausgeht und ja auch verlangt, dass die Rate auf diese Prozentzahl eigentlich gesenkt werden müsste in allen Ländern. Aber da sind wir leider weit von entfernt. So, der Kaiserschnitt ist per se nicht traumatisch, ne?
Das möchte ich vorweg direkt mal sagen, weil das häufig ähm verwechselt wird oder so verstanden wird. Oh Gott. Ähm, Geburtsmodus Kaiserschnitt ist gleich traumatisch. Nein, auch eine natürliche Geburt, auch eine Hausgeburt kann traumatisch sein.
Trauma hat nichts mit dem Geburtsmodus per se zu tun. Es ist aber natürlich so, das Kaiserschnitt ist eine OP. Da wir befinden uns einfach dann noch mal in einem ganz anderen Setting auch in einem ganz anderen. Ja, man muss sich wieder total umstellen während der Geburt, wenn das nicht geplant ist und so weiter.
Das hat natürlich irgendwo schon auch ein eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass es als stressig, nicht angenehm und vielleicht sogar als traumatisch empfunden wird, ne? Also, so kann man das für sich auch mal einordnen. Nicht jede Frau, die per Kaiserschnitt geboren hat, ist traumatisiert. Im Gegenteil, es gibt auch sehr schöne bindungsorientierte Kaiserschnitte, die wunderbar begleitet werden, wo die Frauen sich sehr gut aufgefühlt fühle aufgehoben fühlen und ja wunderbar, wie gesagt in einem ganz tollen Setting stattfinden.
Problematisch sind eben Kaiserschnitte, die zu schnell, wo es der Frau einfach zu schnell geht, zu viel ist, sie die ganzen Informationen nicht wahrnimmt, wo es in einen sogenannten Notkreiserschnitt, also in eine akutsituation geht, wo vielleicht also das Schlimmste, was ich erlebe bei den Frauen ist, wo es auch in eine ähm Vollnarkose geht, wo die Frau dann die Geburt einfach gar nicht miterlebt bei Bewusstsein und dann einfach aufwacht, nicht weiß, wie es ihr geht körperlich, wo ist das Baby, wo ist der Partner, Partnerin, wie ist alles gelaufen? Das sind wirklich schwierige Momente, die es dann zu verdauen gilt und da brauchen viele Frauen Unterstützung bei und das ist auch völlig verständlich und völlig in Ordnung und damit bist du nicht alleine und nicht falsch, glaub es mir. Und die häufigste Frage ist eben dann, die ich gestellt bekomme, was hilft mir denn jetzt nach einem Kaiserschnitt? Und das Wichtigste ist das der allererste Punkt, den ich euch hier als Punkt 1 mitgebe, ob als Übung oder einfach als das allerwichtigste nach Kaiserschnitt ist Körperkontakt mit dem Baby.
Bindung, Bindung. Weil Kaiserschnitt kann eine sehr ein sehr trennendes Gefühl hinterlassen im Sinne von vorher war alles okay, muss nicht sein. Manchmal ist ja auch die Schwangerschaft traumatisch und gar nicht die Geburt, ne? Aber sagen wir mal, der Klassiker wäre Schwangerschaft ist alles super, ich fühle mich verbunden auch mit meinem Baby.
Ich habe auch eigentlich keine Angst vor der Geburt, sondern das haben schon viele Frauen geschafft. Das ich fühle mich gut vorbereitet. Ich bin zuversichtlich. Dann komme ich in die Geburt.
Irgendwie läuft alles schief. ich verliere komplett den Kontakt, ich verliere komplett die Kontrolle. Ich bin ohnmächtig. Vielleicht sogar noch in die vollnarkose geleitet und ich weiß überhaupt nicht mehr, wo oben und unten ist, was passiert ist.
ich das ist alles fremd. Vielleicht fühlt sich sogar mein Kind fremd an. Das sind Themen, die da kommen können und das sind auch Themen, wo nicht so gerne drüber gesprochen wird, weil Mutterliebe wird einfach als selbstverständlich angenommen und Frauen, die nicht sofort Mutterliebe spüren, sondern vielleicht sogar eine Abwehr, eine Ablehnung gegen das Kind, trauen sich auch gar nicht das zu formulieren. Jedenfalls in den meisten Fällen, weil das einfach stigmatisierend ist.
Es ist aber, das muss man immer so sehen, nie die Persönlichkeit der Frau, die daad durchkommt und die, wo man dann weiß, ja, so ist die, die hat ihr Kind sowieso nicht lieb und nie geliebt oder so, sondern es ist ein Symptom einer Traumfolgeerscheinung. ganz wichtig auch für jede Frau zu verstehen, das ist nicht sie, das ist nicht ihr wahrer Kern, ihr wahres Ich, sondern da das ist einfach das dieses schwer verletzt dieser schwer verletzte Teil, der da durchkommt und der einfach mega überfordert ist, überhaupt damit zurechtzukommen, was passiert ist. Und dann noch so ein kleines Würmchen, was dann auch noch 24 Stunden einen braucht, was auch noch von allen gehyped wird und alle dieses Baby sehen wollen und wie toll und wie süß, das macht vielen Frauen einfach wirklich schwer. Und deswegen ist auch dieses Haut auf Haut, da wird Oxytozin freigesetzt.
Es hilft auch bei der Stillthematik ein Wun, also ein Wundermittel kann man so sagen. Es ist aber natürlich nicht hilfreich, wenn die Frau komplett in einer Ablehnung gerade ist, ne? Weil dann kann sie das nicht zulassen. Man muss immer ein bisschen gucken, auf welchem Stand ist die jeweilige Frau.
Die meisten sind aber so, dass sie kognitiv sich ja auch eben sagen, gut, das ist mein Kind und ich möchte ja in dieses Gefühl kommen und ich möchte auch stillen z.B. Spiel und dann ist es wirklich hilfreich ganz viel nackig zu sein, also wirklich sich die Umgebung auch zu Hause so zu schaffen, dass man einfach viel nackig sein kann. Und es gibt ja auch spezielle Bondingtücher dafür, die man nutzen kann, dass das Baby eben gut auch, wenn man liegt, man muss ja auch viel liegen gerade dann am Anfang mit dem Kaiserschnitt, viel ruhen, heißt ja auch Wochenbett, dass das Baby dann auf einem liegen kann, nicht verrutscht, wenn man einschläft, dass man da keine Sorge haben muss. Und das sind wirklich hilfreiche, einfache Tools.
Unsere Babys müssen auch nicht in Kleidung sein. Also unsere Kinder waren die ersten Wochen, wenn es warm genug war eigentlich immer oder wir hatten die immer in Tücher gewickelt und dann von H Natur noch ein haben wir eine große eine etwas größere Baumwolldecke, die man gut einfalten konnte oder eben die Wolldecke für den für die kältere Jahreszeit und damit kann man wunderbar arbeiten. Dann sind die Kinder nämlich auch ganz leicht ausgepackt und wieder eingepackt. muss nichts über den Kopf ziehen und so weiter.
Und man kann eben auch mit Stoffwindeln dann wunderbar arbeiten, was ja gerade nach Geburt in der ersten Zeit sehr empfehlenswert ist, weil die einfach wahnsinnig empfindlich die Haut noch haben, weil die ist dann noch so rein und so. [japst] Ja, natürlich. Und dann ist es schön, wenn man das so die ersten Wochen schafft, vielleicht mit den Stoffwindeln, wenn einen das nicht komplett stresst. Auch da muss man einfach realistisch sein.
Was kann ich leisten? Was will ich leisten? Hat man Partner und Partnerin oder Partnerin dabei, die das mitübernehmen kann oder geht das einfach gerade gar nicht, weil die psychische Gesundheit Vorrang hat? Genau, dann ist das natürlich klar.
Aber ich empfehle euch das ganz viel Haut auf Haut Kuschelzeit. Gerne auch zu dritt bzw. wenn auch schon Geschwisterkinder da sind als Familie. [schnauben] So, wenn ihr das schon mal macht von Anfang an, kann man auch in der Klinik schon starten.
Wunderbar. Also manchmal ein bisschen mit Gegenwehr, aber da darf man einfach wirklich bei sich bleiben und sagen, na ja, das mag hier alles in dem Setting bisschen anders zu also gesehen werden, aber ich bin ja eine erwachsene Frau und das ist mein Kind und ich spüre, was uns gut tut. Genau. Ähm ja, zweitens das Bonding Bad.
Das schließt sich da einfach wunderbar an. Ist auch gar nicht speziell jetzt für Kaiserschnitt, aber gerade wenn z.B. dieses Gefühl da ist, die Geburt verpasst zu haben, nicht dabei gewesen zu sein, nicht irgendwie wirklich so anwesend, gar nicht angekommen zu sein danach. Dann ist das Bonding Bad von, ich kenn es von Brigitte Meisner, aber mittlerweile haben wir es schon wirklich viele in verschiedensten Variationen auch beschrieben, ist das einfach wahnsinnig hilfreich.
Das Bonding Bad macht man zu Hause, wenn man ein bisschen angekommen ist. Das ist noch mal ein Ankommensritual, ein Ritual, um als Familie wirklich noch mal diese Geburt abzuschließen, anzukommen und ähm ja, bei sich zu sein. und wie das, also es gibt ja hier in Deutschland keine Rituale, weder für Schwangere, außer der Frauenarzt, noch für Wochenbett, die wir irgendwie haben, wo wir uns um junge Mütter, junge Familien kümmern oder wo wir wissen, was hilfreich ist. Deswegen ist das einfach gut, wenn man solche Tools hat, die man dann mit einer vertrauten Person umsetzen kann.
Wenn du eine gute Hebamme hast, die kennt das dann auch, kannst du die dafür nutzen oder du hast eine Dula, mit der man das machen kann. oder aber eben die Schwester, die Mutter, die Freundin, wer auch immer für dich in deinem Leben da jetzt geeignet scheint, das zu tun. Ich die klassische Anleitung ist wirklich, du hast so einen Badeeimer, so einen Tube Babytube Badeeimer. Die empfehle ich sowieso immer, weil die Babys da drinne so in der Regel so gerne baden, weil sie ja wirklich ganz umschlossen sind mit dem Wasser.
Du hältst nur noch mit dem Finger das Kinnchen hoch, so das Gesicht frei ist und das Baby Luft kriegt und der Rest ist wirklich in diesem Körper warm Wasser und sie nehmen dann auch automatisch die Emrionalstellung ein, so wie es in deinem Bauch war und das finden die total toll. Das ist noch mal so schweben, schwerelos sein, einfach anders als in der Wanne. Und diesen Einimer braucht man eben auch für dieses Ritual. Den würde man dann mit ähm entsprechend warm Wasser neben das Bett der Eltern stellen.
Ihr als Eltern liegt schön nackig im Bett und dann wird das Baby wirklich noch mal aus diesem Badeeim enthoben. Wie nach der Geburt. Im Grunde kommt es aus dem Fruchtwasser direkt auf den Bauch nass auf dem Bauch der Mutter. Den Raum hast du vorher so vorbereitet, wie er idealerweise zu deiner Geburt gewesen wäre.
Du hast die Musik an, die du gerne gehört hättest, Duft, Kerze, gedimmtes Licht, warm. Den Zeitpunkt hast du gut gewählt, wo du weißt, dass das für dich, dein Partner, Partnerin, dein Baby gut passt. Und die begleitende Person, die macht nichts anderes mehr, außer einmal noch Handtuch drüber zu legen, euch zuzudecken und dann wirklich den Raum zu verlassen. Und es darf alles so von der Stimmung her sein wie Geburt, euch noch mal in diese Stimmung zu bringen auf positive Weise natürlich.
Es geht nicht darum, dann die traumatische Geburt immer wieder irgendwie zu drüber zu reden und dann in dem Moment nachzudenken, sondern es geht da drum, noch mal in eine Geburtsstimmung zu kommen auf positive Weise und da zusammen wirklich noch mal anzukommen. Da dürfen Tränen kommen, ihr dürft lachen, ihr dürft weinen, es darf alles sein. Dein Baby liegt auf dir, es darf schlafen, es darf weinen, es darf alles sein. Und das da bleibt ihr einfach so lange, wie sich das für euch gut anfühlt.
Und ich weiß einfach, die Familien genießen das sehr, manche machen das sogar mehrfach. So, Punkt 3 schließt sich eigentlich wunderbar auch an, ne? auch an Punkt 2, aber [schnauben] auch an Punkt 1, also Punkt 1, ne, mit Körperkontakt, das haben wir ja bei Punkt 2 dann auch wieder Haut auf Haut. Und Punkt 3 ist das Geburtsgespräch mit dem Kind.
Das mag jetzt für manche, die das noch nie gehört haben, ich habe es ja aber auch schon an anderer Stelle erzählt. Mag das etwas wirken wie ähm hä, aber das Baby versteht doch nicht, was ich da erzähle. Ja, natürlich nicht kognitiv so wie wir Erwachsene miteinander reden, aber du weißt selber, dass Sprache immer Emotionen vermittelt. Immer.
Du kannst in dem fremden Land sein. Du merkst genau, sind die Leute freundlich gesindt? Sind sie aggressiv? Was ist los?
Welche Stimmung ist da? Und so kannst du dir das auch bei den Babys vorstellen. Die Botschaft, die kommt an. Und Babys sind ja sehr pragmatisch.
Die sind ja wirklich auf Heilung aus. Ähm, die sagen sich oder die sagen sich gar nichts. Sie haben einfach gespürt, die Geburt, das es war nicht so, wie ich das wollte. Definitiv nicht.
Und dann hast du ja auch verschiedene Babys. Das eine ist temperamentvoll und schreit sich das aus der Seele. Das andere wird ganz zurückhaltend und denkt sich: „Oh, bloß kein Muck sagen, damit hier niemand in Stress gerät. Am besten sieht man mich gar nicht.
Wer weiß, was die dann noch mit mir anstellen, ne?“ Also, wir haben auch da verschiedene Temperamente, Persönlichkeiten. Die meisten drücken es aber wirklich durch Weinen aus und teilweise eben auch durch exzessives Weinen, teilweise wirklich jeden Tag um dieselbe Uhrzeit. Und glaubt mir, wenn also ich sag mal in 99% ist das sind das weder Koliken noch hat das was mit dem Magen zu tun. Ich habe das in der EEH natürlich sehr verstärkt gelernt, was Babyweinen bedeutet, ne?
Der Thomas Hams macht ja diese Ausbildung für Geburtstraumaarbeit mit Babys und Familien [schnauben] und der sagt ganz klar, es gibt keine körperlichen Bedingungen, warum ein Kind nicht verdauen kann, warum das täglich Kohlig haben muss. Wenn ein Kind täglich mit solchen, wie man sagt, Bauchschmerzen sich zeigt, dann sind das in der Regel Stresssymptome, Überlastung, ne? Und manchmal hat man das ja auch einfach bei Kindern, die jetzt noch nichts Schlimmes erlebt haben, wo einfach der Tag zu viel war und so weiter. Natürlich ist das immer die Sache, ähm ich gebe hier keine medizinischen Ratschläge und wenn du da ein schlechtes Gefühl hast, auf jeden Fall medizinisch abklären lassen.
Das ist klar. Das ist ja in der Psychologie immer so. Bevor wir egal was diagnostizieren, sei es Depressionen oder ähnliches, muss vorher eine körperliche Analyse stattgefunden haben. Wenn da aber nichts ist und die Hebarme auch zufrieden mit allem ist und dieses Kind nicht aufhört zu weinen und täglich, dann ist und die und man einfach weiß, dass die Geburt wirklich schwer war.
wenn sie für dich schwer war, war sie für das Kind auch schwer, dass man da den Blick drauf hat und man kann auch schon mit den kleinsten über diese Geburt sprechen und die Erfahrung zeigt, die Babys verstehen das und die sind wirklich dankbar dafür, wenn du es ansprichst, weil das wie so endlich hat sie es verstanden, [seufzt][japst] ne? so ein Moment sein kann, so eine Erleichterung. [schnauben] Und das mit dem Babywein ist einfach noch so ein Thema, weil wenn man selber gerade nach so einer belastenden Geburt zu Hause ist und mit Kaiserschnitt und dann sein Kind nicht mal trösten kann, dann kann schon mal so dieses Gefühl hochkommen. Boah, ich bin die schlechteste Mutter auf dieser Welt.
Ich kenne Frauen, die dann sagen, ich kann nicht mal mein Kind gebären im schlimmsten Falle. Ne, ich kann es nicht mal ernähren, nicht mal stillen und beruhigen kann ich es auch nicht. Ich kann gar nichts. Ich bin grotten, schlecht, totale Versagerin als Mutter.
Das sind Schuld und Schamgefühle, die sind wahnsinnig kinderlich im Bindungsaufbau, auch im Kontakt mit sich selber, ne? Weil das sehr negativ ist, aber auch eben mit dem Kind und anderen Menschen. Und ist so interessant, ne? Weil wir Frauen einfach wieder zeigen, wir neigen dazu, erstmal die Schuld bei uns selber zu finden.
Ähm ja und bringen uns natürlich nicht weiter. Das ist dann immer so dieses ja, weiß ich, aber fühlen tue ich es trotzdem. Ja, das ist so. Das hat einfach noch mal eine sehr negative Dynamik, wenn man wirklich so ein sogenanntes Schreibaby oder ein Baby mit High Arousal zu Hause hat.
Da bitte ich euch, sucht euch wirklich Unterstützung. Ihr braucht dann einfach Hilfe und nehmt die auch in Anspruch. Wenn das Baby wirklich so weint, kann ich euch empfehlen. Erzählt von der Geburt.
Ihr könnt es aber auch einen ruhigen Moment machen. Ihr müsst nicht warten, bis es da selber drüber erzählt. Also Weinen ist ja einfach Babysprache. Ihr könnt das auch machen, wenn ihr gerade irgendwie so ein bisschen in so einem kleinen spielerischen Moment seid oder auf der Wickelkommode oder wo auch immer ihr dem Impuls spürt.
Ihr dürft auch wieder eurer Intuition wirklich da vertrauen und diese Impulse spüren und dem dann nachgehen und dann wirklich in euren Worten einfach formulieren, wie die Geburt war. Und dann dürft ihr auch sagen, wie ihr euch gefühlt habt, boah und es geht mir immer noch wirklich schlecht und ich merke, du spürst das auch und ich merke, dir geht’s auch nicht gut damit. Und ja, das war mit dem Kaiserschnitt, die haben dich einfach rausgeholt, da war das grellelicht, das waren fremde Hände, Plastikhandschuhe, das war vielleicht auch eklig, nicht schön für dich und ich kann das so gut verstehen. Wichtig ist egal, ne?
Ihr dürft auch weinen dabei und so weiter. Ihr dürft authentisch ihr sein, ne, als Mensch. Ihr seid müsst nicht die perfekte Fassade aufrechterhalten, die perfekte Mutter, weil die Babys hinterblicken das sowieso. Die blicken dahinter.
Ihr dürft euch da wirklich authentisch zeigen. Natürlich jetzt idealfall kein ähm total Zusammenbruch erleiden. Das wäre nicht Ziel der Sache. Aber es ist wichtig, dass ihr positiv endet, wenn ihr dieses Geburtsgespräch mit eurem Kind macht.
Endet bitte positiv im Sinne von und jetzt kümmere ich mich darum und jetzt sind wir hier zu Hause. Ich bin bei dir. Ich habe dich. Du bist bei mir, du bist in Sicherheit.
Ganz wichtige Infos, ne? Das kann man auch kombinieren, wie gesagt, mit dem Baby Heilbart, wenn ihr da liegt und ihr sprecht einfach und sprecht aus eurem Herzen und dann werden die Worte genau die richtigen sein und wirklich diese Hoffnung vermitteln. Ab jetzt heilen wir und es wird wieder gut, ne? Und es darf aber auch schwer sein und es darf auch dieser Moment sein, wo ihr euch so fühlt, wie ihr euch fühlt.
Ganz wichtige Botschaft und du darfst auch weinen darüber und ich kann es so gut verstehen und ich weine ja selber und jetzt bin ich aber da und wir haben keine Ahnung die XY Hebaramme und die unterstützt uns toll oder wen auch immer und das schaffen wir zusammen, weil ihr habt auch die Geburt zusammen geschafft. Ihr habt es überlebt. Ihr wart boah krass tapfer und da dürft ihr auch richtig stolz sein auf das, was ihr bisher geleistet habt und geschafft habt und überlebt habt. Und jetzt darf es auch wieder schön werden.
Okay, gut. Das sind die drei Tools, die euch die ich euch gerne mitgeben möchte nach der Frage, was hilft nach Kaiserschnitt, wenn der als schwer empfunden wurde? Ja, ihr Lieben, dann geht mal in eurem Tempo in die Umsetzung. Das ist auch sehr individuell.
Schaut da nach euch, wann fühlt sich das gut an? Bei manchen ist das Gefühl da, oh, ich möchte das jetzt sofort. Andere brauchen erstmal ein halbes Jahr zum Ankommen. Alles ist gut, alles ist richtig.
Ähm, das Babyhalbad ist eben fürs Wochenbett gut geeignet. Man kann es aber auch mit größeren Kindern abwandeln in der Badewanne gemeinsam, ne? Also auch da ist der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Spürt da einfach auch in euch hinein, was euch gut tut, was sich für euch gut anfühlt.
Das ist im Grunde der richtige Weg. Ja, und wenn ihr dann noch Fragen habt, kommentiert gerne. Ich gehe gerne drauf ein. Und ihr könnt euch auch jederzeit natürlich für ein persönliches Gespräch anmelden und hören, wie ich in meiner Einzelarbeit mit den Frauen arbeite.
Ich freue mich von euch zu hören. Macht’s gut, ihr Lieben. Ciao. —