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Bindung von Anfang an-Podcast · Episode 47

Episode 047 – Was tun nach einem traumatischen Kaiserschnitt?

Achtung ⚠️ ein Kaiserschnitt ist nicht per se traumatisch. Aber da er sehr interventionsreich ist und wenig Selbstwirksamkeit bietet, hat er ein gewisses Traumapotential. Herzlichst Deine Anabel

Dauer: 23:46 Minuten
16.09.2025

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Das nimmst du mit

- Ein Kaiserschnitt ist nicht automatisch traumatisch, entscheidend ist das individuelle Erleben von Kontrollverlust, Trennung und Überforderung. - Haut-zu-Haut-Kontakt kann Bindung, Regulation und Stillen unterstützen, sollte jedoch immer im Tempo von Mutter und Baby stattfinden. - Ein Bonding-Bad kann als geschütztes Ankommensritual eine neue, positive Erfahrung von Geburt und Nähe ermöglichen. - Im Geburtsgespräch dürfen schwierige Gefühle benannt werden, wichtig ist ein sicherer Abschluss: Ich bin bei dir, du bist sicher, wir heilen gemeinsam.

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Vielleicht hattest du dich voller Vertrauen auf die Geburt vorbereitet und plötzlich war alles anders. Entscheidungen wurden getroffen, die Situation wurde hektisch, du hast die Kontrolle verloren oder warst durch eine Vollnarkose bei der Geburt deines Kindes nicht bewusst dabei. Danach kann sich nicht nur dein Körper verletzt anfühlen. Auch die Verbindung zu deinem Baby, zu dir selbst und zu deinem neuen Leben als Mutter kann fremd oder unerreichbar wirken.

Ich möchte dir sagen: Du bist damit nicht allein und du bist keine schlechte Mutter. Wenn du Ablehnung, Leere, Schuld oder Scham empfindest, sind diese Gefühle nicht dein wahrer Kern. Sie können Ausdruck eines zutiefst überforderten und verletzten Nervensystems sein.

Hier stelle ich dir drei sanfte Möglichkeiten vor, die euch beim gemeinsamen Ankommen unterstützen können. Viel Hautkontakt schenkt deinem Körper und deinem Baby Wärme, Oxytocin und neue Erfahrungen von Sicherheit. Ein Bonding-Bad kann zu einem heilsamen Ritual werden, bei dem dein Baby noch einmal in Ruhe und Geborgenheit auf deinem Körper ankommen darf. Auch ein Geburtsgespräch kann Verbindung schaffen: Du erzählst deinem Baby mit deinen eigenen Worten, was geschehen ist, benennst eure Gefühle und vermittelst eine wichtige Botschaft: Jetzt sind wir zusammen. Ich bin da. Du bist sicher.

Dabei gibt es keinen Zeitplan, den du erfüllen musst. Vielleicht möchtest du sofort beginnen, vielleicht brauchst du Monate. Beides ist richtig. Spüre behutsam, was dir und deinem Baby guttut, und hole dir Unterstützung, wenn das Weinen, die Erinnerungen oder die innere Belastung zu viel werden. Heilung darf in kleinen Schritten geschehen. Ihr habt die Geburt gemeinsam überstanden, und jetzt darf langsam wieder Nähe, Vertrauen und Freude wachsen.

Wenn du deine Erfahrungen gemeinsam sortieren möchtest, kannst du mit unserem Geburtstrauma-Selbsttest beginnen oder mir direkt eine Nachricht schreiben. Lies auch unseren begleitenden Ratgeber über Schuld und Scham nach der Geburt.

Dein nächster guter Schritt

Nimm dir die Unterstützung, die gerade zu dir und deiner Situation passt.