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Angst vor der nächsten Geburt

3 Min. LesezeitAktualisiert am 25. Juni 2026Fachlich geprüft: Anabel Galster (Geburtspsychologin)
Angst vor der nächsten Geburt

Der Wunsch nach einem weiteren Kind ist da, aber mit ihm kommt eine lähmende Angst. Schon bei dem Gedanken an eine erneute Schwangerschaft zieht sich in dir alles zusammen. Vielleicht hast du das Gefühl, dass du die erste Geburt nicht noch einmal durchstehen könntest. Die Angst vor der nächsten Geburt nach einer belastenden oder traumatischen Erfahrung ist weit verbreitet – und sie ist vollkommen verständlich. Dein Nervensystem tut im Grunde genau das, wofür es gemacht ist: Es will dich vor einer erneuten Verletzung schützen.

Angst ist ein Schutzimpuls, kein Versagen

Wenn du Angst vor der nächsten Geburt hast, ist das kein Zeichen dafür, dass du nicht mutig genug bist oder als Frau versagt hast. Es ist die logische Folge einer ungelösten Erfahrung. Wenn eine Geburt von Ohnmacht, Schmerz und Kontrollverlust geprägt war, stuft dein Nervensystem das Thema „Geburt“ als Lebensgefahr ein. Jedes Mal, wenn du dich gedanklich damit befasst, schlägt dein innerer Alarm an. Diese Angst wegzudrücken, verstärkt sie meist nur. Sie darf erst einmal da sein, gewürdigt und verstanden werden. Besonders wenn du bereits wieder schwanger nach einer traumatischen Geburt bist, ist diese Begleitung deines Nervensystems essenziell.

Von diffuser Angst zu konkreten Bedürfnissen

Ein wichtiger Schritt bei der Vorbereitung auf eine neue Geburt ist es, die oft diffuse, riesige Angst in kleinere, greifbare Teile zu zerlegen. Frage dich ganz in Ruhe: Wovor genau habe ich am meisten Angst? Ist es der Schmerz? Ist es das Gefühl, wieder allein gelassen zu werden? Ist es den Kontrollverlust? Wenn du die einzelnen Ängste benennen kannst, kannst du daraus konkrete Bedürfnisse ableiten. Aus der Angst vor Kontrollverlust wird das Bedürfnis nach klarer Aufklärung und Mitspracherecht. Aus der Angst vor dem Alleinsein wird das Bedürfnis nach einer verlässlichen Begleitperson (wie deinem Partner oder einer Doula).

Geburtsort und Team bewusst wählen

Bei der zweiten Geburt darfst du die Bedingungen aktiv mitgestalten. Du musst dich nicht den Abläufen anpassen, sondern darfst ein Umfeld wählen, das dir Sicherheit bietet. Nimm dir die Zeit, verschiedene Geburtsorte anzuschauen – sei es eine andere Klinik, ein Geburtshaus oder eine Hausgeburt. Sprich vorab mit Hebammen und Ärztinnen darüber, was du erlebt hast. Ein geburtshilfliches Team, das um deine Geschichte weiß und sensibel damit umgeht, ist einer der wichtigsten Faktoren für eine selbstbestimmte Erfahrung.

Deinem Körper wieder Sicherheit anbieten

Da die Angst körperlich spürbar ist, muss auch die Beruhigung über den Körper erfolgen. Du kannst lernen, dein Nervensystem im Alltag aktiv zu regulieren. Einfache Erdungsübungen – wie das bewusste Spüren deiner Füße auf dem Boden oder langsames, verlängertes Ausatmen – helfen deinem Körper zu signalisieren: „Im Hier und Jetzt bin ich sicher.“ Je öfter du diese Erfahrung von innerer Sicherheit übst, desto besser kann dein Körper unter der Geburt darauf zugreifen. Wir begleiten dich auf diesem Weg und erarbeiten gemeinsam Werkzeuge, die genau zu deinem Körper passen. In unserer Begleitung Wieder schwanger nach Geburtstrauma schaffen wir gemeinsam diesen sicheren Rahmen für deine nächste Geburt.

Häufige Fragen

Was kann ich tun, wenn die Angst mich in der Schwangerschaft überwältigt?

Nimm die Angst an, statt sie wegzudrücken. Versuche dich über deine Füße auf dem Boden zu orientieren, atme ruhig aus und hole dir einen sicheren Raum zum Aussprechen.

Sollte ich für die nächste Geburt den Geburtsort wechseln?

Das kann sehr hilfreich sein. Wichtig ist, dass du dich an dem gewählten Ort sicher und respektiert fühlst. Manchmal hilft ein Wechsel der Klinik oder die Begleitung durch eine eigene Hebamme/Doula.

Quellen

  • Cochrane Database of Systematic Reviews. Continuous support for women during childbirth. CD003766.
  • NICE Guideline CG192. Antenatal and postnatal mental health.

Die hier beschriebenen körperorientierten Impulse ersetzen keine Therapie. Wenn dich Erinnerungen oder körperliche Reaktionen überfordern, hole dir bitte einfühlsame fachliche Begleitung.

Du musst das nicht allein tragen.

In einem kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, was dir gerade gut tut – in deinem Tempo, ohne Druck.