Jetzt kostenlosen Geburtstrauma-Selbsttest ausfüllen →

Bindung von Anfang an-Podcast · Episode 20

Episode 020 – Bindung im professionellen Kontext

Bindung im professionellen Kontext Die heutige Folge hat mir ganz besonders viel Freude gemacht für euch aufzunehmen. Daher ist sie auch ein ganz kleines bisschen länger geworden 😉 Ich erzähle euch etwas über die Bindungsarbeit in verschiedenen Konzepten/Einrichtungen, wo Kinder fremd untergebracht werden. Natürlich gehe ich da auch speziell auf unsere Arbeit als Erziehungsstelle ein. Ihr könnt davon einiges für euch und die Bedürfnisse eurer Kinder ableiten und mitnehmen. Viel Spaß damit! Buch: „Bindung bei Pflegekindern: Bedeutung, Entwicklung und Förderung“ von Katja Nowacki und Silke Remiorz Kostenloser Fachartikel:

Dauer: 26:12 Minuten
15.02.2019

Jetzt anhören

Das nimmst du mit

- Professionelle Bindungsarbeit braucht nicht nur klare Grenzen, sondern auch echte emotionale Nähe, Verlässlichkeit und feinfühlige Reaktionen. - Herausforderndes Verhalten kann auf frühe Traumata, Bindungsverletzungen oder einen Entwicklungsstand hinweisen, der nicht dem tatsächlichen Alter entspricht. - Kinder prüfen häufig über lange Zeit, ob eine neue Beziehung stabil bleibt und sie auch mit ihren schwierigen Gefühlen angenommen werden. - Behutsames Nachnähren durch Nähe und Rituale kann fehlende Geborgenheit erfahrbar machen und die Entwicklung von Autonomie unterstützen.

Passende Ratgeberartikel

Artikel zur Podcastfolge

Bindung entsteht nicht nur in der Herkunftsfamilie. Sie kann auch dort wachsen, wo ein Kind nach schwierigen oder traumatischen Erfahrungen einen neuen, sicheren Platz findet. Hier nehme ich dich mit in die Welt der Pflegefamilien, Erziehungsstellen und Wohngruppen und erzähle, was Bindungsarbeit im professionellen Kontext wirklich bedeutet.

Lange wurde Fachkräften geraten, eine professionelle Distanz zu wahren. Doch gerade Babys und Frühgeborene brauchen etwas anderes: Körperkontakt, feinfühlige Reaktionen und Erwachsene, die sich emotional auf sie einlassen. Auch ältere Kinder und Jugendliche benötigen Nähe, selbst wenn sie diese zunächst ablehnen oder durch herausforderndes Verhalten immer wieder prüfen, ob eine Beziehung wirklich trägt.

Viele dieser Kinder bringen Erfahrungen mit, für die ihnen noch die Worte fehlen. Ihr Körper und ihr Verhalten erzählen dennoch davon. Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten oder scheinbare Entwicklungsrückstände können Ausdruck eines frühen Traumas oder einer Bindungsverletzung sein. Deshalb ist es so wichtig, nicht nur einzelne Symptome zu betrachten, sondern zu fragen: Wo steht dieses Kind innerlich gerade und was braucht es dort?

Manchmal bedeutet Bindungsarbeit auch, Versäumtes behutsam nachzunähren. Ein vertrautes Einschlafritual, gemeinsames Kuscheln oder eine liebevoll gereichte Flasche können einem älteren Kind ermöglichen, Geborgenheit nachzuholen. Das ist kein Verwöhnen. Es hilft dem Nervensystem, Sicherheit zu erfahren und schafft die Grundlage dafür, dass Entwicklung und Autonomie wieder möglich werden.

Ich möchte dir Mut machen, hinter das sichtbare Verhalten zu schauen. Kinder brauchen Erwachsene, die ihren Schmerz nicht persönlich nehmen, ihren Raum halten und ihnen vermitteln: Du bist hier sicher. Du wirst gesehen. Und du darfst mit deiner ganzen Geschichte dazugehören.

Wenn du deine Erfahrungen gemeinsam sortieren möchtest, schreib mir gerne eine Nachricht.

Dein nächster guter Schritt

Nimm dir die Unterstützung, die gerade zu dir und deiner Situation passt.