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Bindung von Anfang an-Podcast · Episode 37

Episode 037 – Schlaftraining für Babys

"Jedes Kind kann Schlafen lernen" lautet der Titel eines populären Buches. Aus meiner Sicht als Pränatal- und Geburtspsychologin, die sich auch sehr intensiv mit der Babyzeit beschäftigt mein Fazit: Ich empfehle das Buch NICHT! Warum, erfährst du in dieser Podcast-Episode! #stopSchlaftraining

Dauer: 18:02 Minuten
25.06.2020

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Das nimmst du mit

- Babyschlaf ist ein biologischer Entwicklungsprozess und kann nicht durch Intervalltraining erlernt oder beschleunigt werden. - Weinen ist das wichtigste Kommunikationsmittel eines Babys und weist auf ein echtes Bedürfnis nach Nähe, Sicherheit oder Regulation hin. - Sichere Bindung entsteht durch feinfühliges Wahrnehmen und möglichst promptes, angemessenes Beantworten kindlicher Signale. - Elterlicher Schlafmangel braucht individuelle, bindungsorientierte Lösungen und Unterstützung, nicht das wiederholte Alleinlassen des Babys.

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Wenn dein Baby nicht schläft, obwohl du selbst kaum noch die Augen offen halten kannst, kann sich jede schnelle Lösung wie ein Rettungsanker anfühlen. Ich kenne diese Erschöpfung. Schlafmangel macht alles schwerer, den Alltag, die Gefühle und manchmal sogar die liebevolle Verbindung zu uns selbst.

Doch klassisches Schlaftraining setzt genau dort an, wo Babys unsere Nähe am dringendsten brauchen. Ein Baby weint nicht, um uns zu manipulieren. Es teilt sich mit. Sein Nervensystem fragt: Bin ich sicher? Ist jemand bei mir? Werde ich gehört?

Babys können Schlaf nicht im verhaltenstherapeutischen Sinne lernen. Schlaf entwickelt sich, genau wie Krabbeln, Sprechen oder Laufen, in einem individuellen Tempo. Auch ihre Schlafphasen unterscheiden sich biologisch von denen Erwachsener. Häufiges Aufwachen ist deshalb nicht automatisch ein Fehler, den wir beheben müssen.

Wenn ein Baby beim Einschlafen wiederholt allein gelassen wird, kann es irgendwann aufhören zu weinen. Das bedeutet jedoch nicht zwingend, dass es sich sicher fühlt. Vielleicht hat es lediglich erfahren, dass sein Signal keine verlässliche Antwort hervorruft. Gerade in den ersten Lebensjahren entsteht sichere Bindung dadurch, dass wir Bedürfnisse feinfühlig wahrnehmen und möglichst angemessen beantworten.

Das heißt nicht, dass du alles allein tragen musst. Auch andere vertraute Bezugspersonen können Nähe, Regulation und Geborgenheit schenken. Gleichzeitig dürfen Haushalt und Erwartungen warten, während du Ruheinseln für dich suchst. Vielleicht schläfst du mit deinem Baby, bittest um Unterstützung oder gestaltest den Tagesrhythmus neu.

Du verwöhnst dein Baby nicht mit Nähe. Du hilfst seinem Nervensystem, Sicherheit zu erfahren. Aus dieser Sicherheit heraus darf Schlaf mit der Zeit leichter werden, ohne Druck, ohne Alleinlassen und in dem Tempo, das zu deinem Kind passt.

Wenn du deine Erfahrungen gemeinsam sortieren möchtest, schreib mir gerne eine Nachricht.

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