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Bindung von Anfang an-Podcast · Episode 38

Episode 038 – Geburtrstrauma und das persönliche Umfeld

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Dauer: 9:37 Minuten
22.07.2020

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Das nimmst du mit

- Ob eine Geburt traumatisch war, bestimmt allein das persönliche Erleben der Mutter, nicht die medizinische Bewertung von außen. - Beschwichtigende Sätze wie „Hauptsache, das Kind ist gesund“ können Gefühle abwerten und die Einsamkeit nach einer schwierigen Geburt verstärken. - Angehörige reagieren oft aus eigener Überforderung, weil sie die spürbare Traumaenergie und den Schmerz kaum aushalten können. - Heilsame Unterstützung bedeutet, offen zuzuhören, Gefühle anzuerkennen und einen sicheren Raum zu halten, auch mithilfe professioneller Angebote.

Artikel zur Podcastfolge

Nach einer schwierigen Geburt hören viele Mütter Sätze wie: „Da mussten wir alle durch“, „Jetzt ist es doch vorbei“ oder „Hauptsache, das Kind ist gesund.“ Vielleicht sind diese Worte gut gemeint. Doch in einer Frau, die Ohnmacht, Kontrollverlust oder sogar Gewalt erlebt hat, können sie eine tiefe Einsamkeit auslösen.

Hier spreche ich darüber, warum ausschließlich dein persönliches Erleben darüber entscheidet, ob eine Geburt für dich traumatisch oder belastend war. Keine medizinische Einschätzung und kein Vergleich mit anderen Frauen kann deine Gefühle entkräften. Dein Körper erinnert sich an das, was geschehen ist. Deine Empfindungen brauchen deshalb keine Relativierung, sondern einen geschützten Raum, in dem sie wahrgenommen und gehalten werden dürfen.

Ich möchte zugleich einen einfühlsamen Blick auf dein Umfeld werfen. Wenn du von deiner Geburt erzählst, kann dein Schmerz auch dein Gegenüber berühren oder überfordern. Angehörige versuchen dann häufig, die Situation schnell zu beruhigen, weil sie die Intensität kaum aushalten können. Doch vorschnelle Lösungen und beschwichtigende Worte bewirken meist das Gegenteil: Du fühlst dich nicht gesehen, nicht verstanden und nicht getragen.

Was du stattdessen brauchst, ist ein offenes Gegenüber, das bei dir bleibt, zuhört und deine Erfahrung anerkennt. Du darfst dir diesen Raum auch außerhalb deiner Familie suchen. In einem professionellen Gespräch oder beim anonymen Hilfetelefon „Schwierige Geburt“ kannst du über das Erlebte sprechen, unabhängig davon, wie lange deine Geburt zurückliegt.

Deine Gefühle sind nicht falsch oder zu viel. Sie erzählen von einer Erfahrung, die gesehen werden möchte. Und du musst diesen Weg nicht allein gehen.

Wenn du deine Erfahrungen gemeinsam sortieren möchtest, schreib mir gerne eine Nachricht.

Dein nächster guter Schritt

Nimm dir die Unterstützung, die gerade zu dir und deiner Situation passt.