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Bindung von Anfang an-Podcast · Episode 15

Episode 015 – Die Bindungstheorie – Grundlagen

Was ist überhaupt „Bindung“ im psychologischen Kontext? Wann zeigt sich Bindung und wie zeigt sie sich? Wie lässt sich ein Bindungstyp feststellen und welche gibt es? Diese spannenden Fragen werde ich euch heute in dieser Folge kompakt beantworten. Es wird die Bindungstheorie von John Bowlby angerissen und die Bindungstypen beschrieben. Vielleicht erkennt ihr euch ja selbst an der ein oder anderen Stelle wieder…. Der Psychiater Karl Heinz Brisch hat eine ganze Reihe Bücher zum Thema Bindung in den verschiedenen Altersstufen, Bindungsstörungen u.v.m. geschrieben. Hier ein Beispiel: Buch „Reihe Bindungspsychotherapie, Band 1: Schwangerschaft und Geburt" Oder: „Die Anfänge der Eltern-Kind-Bindung. Schwangerschaft, Geburt und Psychotherapie“

Dauer: 12:07 Minuten
04.12.2018

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- Bindung zeigt sich besonders in belastenden oder unsicheren Situationen, wenn das kindliche Bindungssystem aktiviert wird. - Eine sichere Bindung ermöglicht Kindern, neugierig ihre Umwelt zu erkunden und bei ihrer Bezugsperson Schutz und Rückversicherung zu finden. - Äußerlich unauffälliges Verhalten bedeutet nicht automatisch innere Ruhe: Unsicher-vermeidende Kinder können starken körperlichen Stress erleben, ohne ihn sichtbar zu zeigen. - Eigene Bindungserfahrungen können über Generationen weitergegeben werden. Bewusstes Hinschauen schafft die Möglichkeit, alte Muster zu verändern.

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Vielleicht kennst du diesen Moment: Dein Kind entfernt sich neugierig von dir, entdeckt die Welt und schaut plötzlich zurück, um sich zu vergewissern, dass du noch da bist. Genau in diesem Wechselspiel zwischen Nähe und Erkundung zeigt sich, was Bindung im Kern bedeutet.

Hier nehme ich dich mit in die Grundlagen der Bindungstheorie. Ich erkläre dir, wie sich das Bindungssystem besonders in den ersten drei Lebensjahren entwickelt und warum es vor allem dann sichtbar wird, wenn ein Kind Stress, Unsicherheit oder eine Trennung erlebt. Anhand des Fremde-Situations-Tests schauen wir darauf, wie Kinder reagieren, wenn ihre wichtigste Bezugsperson kurz den Raum verlässt und anschließend zurückkehrt.

Dabei begegnen uns unterschiedliche Bindungsmuster: sicher, unsicher-vermeidend, unsicher-ambivalent und desorganisiert. Mir ist wichtig, dass wir diese Begriffe nicht als starre Etiketten verstehen. Hinter jedem Verhalten steht ein Nervensystem, das versucht, mit seinen bisherigen Beziehungserfahrungen bestmöglich umzugehen. Ein Kind, das äußerlich ruhig weiterspielt, kann innerlich trotzdem starken Stress erleben. Ein Kind, das Nähe sucht und gleichzeitig abwehrt, trägt möglicherweise widersprüchliche Erfahrungen in sich.

Besonders berührend finde ich den Blick auf die transgenerationale Weitergabe von Bindungsmustern. Wie viel Nähe kann ich zulassen? Wie reagiere ich auf starke Gefühle? Was habe ich selbst über Trost, Sicherheit und Beziehung gelernt? Wenn wir Eltern werden, können alte Erfahrungen wieder spürbar werden.

Doch Bewusstheit eröffnet neue Wege. Du musst keine perfekte Mutter und kein perfekter Vater sein. Indem du deine eigenen Muster liebevoll wahrnimmst und deinem Körper zuhörst, kannst du Beziehung Schritt für Schritt sicherer gestalten, für dein Kind und auch für dich selbst.

Wenn du deine Erfahrungen gemeinsam sortieren möchtest, schreib mir gerne eine Nachricht.

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