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Bindung von Anfang an-Podcast · Episode 39

Episode 039 – Wochenbettdepression und Babyblues

Britta Scheufens bekam 2013 ihr erstes Kind - ein Kind, das sie sich gewünscht hat. Nach der Geburt erkrankte Britta an einer sogenannten Wochenbettdepression und das Leben wurde komplett auf den Kopf gestellt. Es begann eine Lebensphase, die zu einer großen Herausforderung - besonders auch für ihren Mann - wurde. Britta schrieb ihre Geschichte nieder: Heraus kam ihr erstes Buch mit dem Titel "Zurück ins Leben! - Mein Weg aus der Wochenbettdepression". Ihr Appell an alle Betroffenen und Angehörige: Holt Euch Hilfe!

Dauer: 36:49 Minuten
Zu Gast: Britta Schäufens
28.07.2020

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Das nimmst du mit

- Ein Babyblues klingt gewöhnlich innerhalb weniger Tage ab. Halten starke Beschwerden länger als etwa zehn Tage an, sollte professionelle Hilfe gesucht werden. - Eine Wochenbettdepression bedeutet nicht, das eigene Kind nicht zu lieben. Häufig wird die Liebe durch Erschöpfung, Angst und innere Not überlagert. - Bindung kann heilen und nachreifen. Auch nach einem schwierigen Beginn kann eine liebevolle, sichere Beziehung zwischen Mutter und Kind entstehen. - Angehörige brauchen ebenfalls Unterstützung, Entlastung und einen geschützten Raum für ihre Gefühle. Feste Strukturen und ein verlässliches Netzwerk helfen der gesamten Familie.

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Nach der Geburt soll sie plötzlich da sein: diese überwältigende Mutterliebe, von der alle sprechen. Doch was, wenn du dein Baby ansiehst und nichts davon spürst? Wenn du nur müde bist, dein Körper zittert und jeder neue Tag wie eine unüberwindbare Aufgabe vor dir liegt?

Hier spreche ich mit Britta Schäufens über ihren Weg durch eine schwere Wochenbettdepression. Nach zwei Fehlgeburten, einer belastenden Schwangerschaft und einer schwierigen Geburt fand sie keinen Zugang zu ihrer Tochter. Während ihr Baby viel schrie, verlor Britta zunehmend den Halt. Vier Wochen nach der Geburt brachte ihr Mann sie in eine Klinik. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits erste Suizidgedanken aufgetaucht.

Britta erzählt sehr offen von Schuld, Scham und dem Gefühl, als Mutter versagt zu haben. Gemeinsam schauen wir hinter diese schmerzhaften Gedanken: Die Liebe zum Kind ist nicht verschwunden. Sie wird von Überforderung, Erschöpfung und innerer Not überlagert. Erst wenn die Mutter selbst wieder Halt und Verbindung zu sich findet, kann diese Liebe spürbar werden.

Mir ist besonders wichtig, auch die Angehörigen einzubeziehen. Partnerinnen und Partner müssen oft funktionieren, tragen enorme Verantwortung und vergessen dabei ihre eigenen Grenzen. Klare Tagesstrukturen, verlässliche Unterstützung und ein tragendes Netzwerk können für das gesamte Familiensystem entscheidend sein.

Britta macht Mut: Eine behandelte Wochenbettdepression ist heilbar, und auch die Bindung zum Kind kann wachsen und nachreifen. Du kannst wieder die Mutter und Partnerin werden, die du sein möchtest. Bitte verstecke dich nicht mit deinen Gefühlen. Hole dir frühzeitig Hilfe, besonders wenn der Babyblues länger als etwa zehn Tage anhält oder du dich selbst nicht mehr sicher fühlst.

Wenn du deine Erfahrungen gemeinsam sortieren möchtest, schreib mir gerne eine Nachricht.

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