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Geburtshelden-Podcast · Episode 28

Episode 028 – Ich kann mir eine gute Geburt gar nicht vorstellen – Wie wir innere Bilder sicher neu schreiben

Ich erkläre in dieser Folge, warum sich nach einer belastenden Geburt oft keine gute nächste Geburt vorstellen lässt, wie das Nervensystem dabei mitspielt und welche kleinen Schritte helfen können, wieder Vertrauen aufzubauen.

Dauer: 21 Minuten
11.09.2026

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Das nimmst du mit

- Eine belastende Geburt wird nicht nur gedanklich, sondern auch im Nervensystem gespeichert, deshalb reicht positives Denken allein oft nicht aus. - Angst vor der nächsten Geburt ist eine Schutzfunktion und kann in Aktivität statt Lähmung geführt werden. - Pränatales Bonding kann helfen, über die Beziehung zum neuen Kind wieder Vertrauen aufzubauen. - Die neue Geburt muss nicht automatisch alles heilen, was bei der letzten Geburt schwer war. - Wer sich selbst und das eigene Nervensystem gut kennt, kann Geburtsort und Team passender wählen. - Auch nach einer belastenden ersten Geburt können sich Frauen wieder für eine neue Geburtserfahrung öffnen.

Artikel zur Podcastfolge

Vielleicht kennst du den Satz, den ich in Erstgesprächen besonders oft höre: „Ich kann mir eine gute Geburt gar nicht vorstellen.“ Wenn deine letzte Geburt schwierig oder belastend war und du jetzt wieder schwanger bist oder darüber nachdenkst, kennst du dieses Gefühl vielleicht auch. Du versuchst dir ein gutes Bild vorzustellen, und da ist einfach nichts. Du bist damit nicht falsch. Dein Erleben hat einen Grund. Du musst damit nicht allein bleiben.

Warum sich eine schwierige Geburt so hartnäckig hält

Eine belastende Geburtserfahrung wird nicht nur in Gedanken und Gefühlen abgespeichert. Gerade wenn es traumatisch war, ist sie auch im Nervensystem sehr tief verankert. Dein Körper ist immer für dich, auch wenn sich das gerade nicht so anfühlt, und er hat sich gemerkt, was passiert ist. Deshalb reicht es nicht, dir zu sagen „diesmal wird es anders“ oder positive Sätze zu wiederholen. Ich erlebe das immer wieder: Frauen sprechen eine Affirmation aus und spüren gleichzeitig, dass sie ihr nicht glauben. Das liegt nicht daran, dass du dir nicht genug Mühe gibst. Ein Nervensystem, das dich schützen will, lässt sich nicht allein mit Worten überzeugen.

Was stattdessen hilft, sind wiederholte kleine Erfahrungen von Sicherheit, Schritt für Schritt statt auf einmal. Und mir ist wichtig zu sagen: Die neue Geburt muss nicht die Aufgabe übernehmen, automatisch alles zu heilen, was bei der letzten Geburt schwer war. Die Aufarbeitung darf davor stattfinden, in deinem Tempo.

Angst hat eine Funktion, keine Schwäche

Wenn du Angst vor der nächsten Geburt spürst, heißt das nicht, dass etwas mit dir nicht stimmt. Angst hält dich wachsam. Sie hat die Funktion, dich aufmerksam zu machen, damit dir das, was beim letzten Mal so schwer war, nicht noch einmal passiert. Schwierig wird es, wenn Angst lähmt, weil du dann gar nicht mehr handelst, sondern nur abwartest. Auch dann lässt sich etwas tun. Angst darf dich in Aktivität führen, nicht in Stillstand.

Ein Weg dahin kann die Beziehung zu deinem neuen Kind sein. Über pränatales Bonding, also den bewussten Kontakt zum Baby schon in der Schwangerschaft, kann sich Vertrauen aufbauen, gerade wenn die vorherige Geburt belastend war. Es geht dabei nicht darum, die alte Geschichte zu verdrängen, sondern eine neue, eigene Verbindung zu diesem Kind entstehen zu lassen.

Dich selbst kennen, um dein Team zu wählen

Je besser du dich und dein Nervensystem kennst, desto klarer kannst du entscheiden, wo du gebären möchtest und mit wem. Manche Frauen bemerken erst im Rückblick, dass sie sich in einer früheren Geburt aus Angst nicht getraut haben, eine Frage zu stellen oder Nein zu sagen, weil sie gelernt hatten, sich in ungleichen Situationen anzupassen. Auch das ist eine verständliche Schutzreaktion, keine persönliche Schwäche. Wenn du das über dich weißt, kannst du es vorher mit deinem Team besprechen, damit du dich in der Geburt eher traust, deine Bedürfnisse zu sagen.

Ein realistischer nächster Schritt

Ich habe in zehn Jahren Begleitung immer wieder erlebt, dass sich Frauen trotz einer belastenden ersten Geburt wieder für eine neue Geburtserfahrung öffnen konnten. Das ist keine Garantie für deinen Weg, aber eine Erfahrung, die mir Hoffnung macht und die ich dir weitergeben möchte. Dabei muss die alte Geschichte nicht verschwinden. Sie darf ein Teil deiner Biografie werden, den du nicht mehr allein tragen musst.

Ein kleiner erster Schritt kann sein, deine bisherige Geburtserfahrung erstmal in Ruhe einzuordnen, bevor du dich mit der nächsten Geburt beschäftigst. Dafür muss noch nichts entschieden sein.

Wenn du magst, kannst du deine Erfahrung in Ruhe mit dem Geburtstrauma-Selbstcheck einordnen, als ein erster, kleiner Schritt.

Dein nächster guter Schritt

Nimm dir die Unterstützung, die gerade zu dir und deiner Situation passt.