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Bindung von Anfang an-Podcast · Episode 9

Episode 009 – Stillen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme

Natürlich dient Muttermilch in erster Linie dazu, unsere Babys satt zu machen. In dieser Folge nenne ich dir noch einige weitere Beispiele, wofür dieser Zaubertrank gut ist und was für Vorteile dein Kind von einer längeren Stillbeziehung hat. Stillen ist mehr als Nahrung im körperlichen Sinne. Beim Stillen geht es ganz oft auch um das emotionale nähren. Ich nenne es hier das emotionale Stillen. Dein Kind erfährt an der Brust Geborgenheit, Vertrauen, Sicherheit. Das macht es stark und erleichtert ihm in die Autonomie zu gehen. Warum das so ist, erfährst du in dieser Folge. Buch von ChrisTine Müller-Mettnau „Gestillte Sehnsucht - starke Kinder!: von der Haptonomie, Geschwistern, Nähe und dem Mut natürlich zu stillen, das Erfahrungsbuch und Nachschlagewerk“ Buch von der La Lech Liga: „Wir stillen noch: Über das Leben mit gestillten Kleinkindern“

Dauer: 15:56 Minuten
22.11.2018

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Das nimmst du mit

- Stillen erfüllt neben der Ernährung wichtige emotionale Funktionen: Es schenkt Nähe, unterstützt die Regulation und hilft Kindern, Erlebnisse zu verarbeiten. - Häufigeres Stillen kann während Entwicklungsschüben ein Zeichen dafür sein, dass das Kind besonders viel Sicherheit und körperliche Rückversicherung benötigt. - Auch längeres Stillen darf individuell gestaltet werden, etwa zum Einschlafen, nach der Kita oder in belastenden Situationen. - Eine sichere Bindung ist auch ohne Stillen möglich, wenn Flaschenfütterung und Alltag bewusst mit Hautkontakt, Nähe und feinfühliger Zuwendung gestaltet werden.

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Stillen wird oft auf eine einzige Frage reduziert: Wird mein Kind satt? Doch wenn ich mein Kind an der Brust erlebe, spüre ich, dass dort so viel mehr geschieht. Es findet Nähe, verarbeitet seinen Tag und kann sich in meinem Körperkontakt wieder regulieren.

Gerade in Entwicklungsschüben suchen Babys und Kleinkinder häufig intensiver die Brust. Wenn ein Zahn kommt, die ersten Schritte bevorstehen oder die Welt plötzlich größer wird, brauchen sie einen vertrauten Ort, an dem ihr Nervensystem zur Ruhe kommen darf. Dieses emotionale Stillen ist kein unnötiges Verwöhnen. Es kann Bindung, Urvertrauen und innere Sicherheit stärken.

Auch nach dem ersten Lebensjahr darf Stillen noch wertvoll sein, selbst wenn ein Kind längst am Familientisch mitisst. Manche Kinder stillen zum Einschlafen, nach einem Sturz oder nach einem aufregenden Tag in der Kita. Andere verlieren früher das Interesse. Jede Stillbeziehung hat ihren eigenen Rhythmus, und jede Familie darf einen Weg finden, der sich für Mutter und Kind stimmig anfühlt.

Gleichzeitig weiß ich, wie schmerzhaft das Thema sein kann, wenn Stillen nicht möglich war oder nicht gewollt ist. Bindung hängt nicht allein an der Brust. Auch beim Füttern mit der Flasche können bewusster Hautkontakt, liebevolle Blicke und körperliche Nähe ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln.

Mir ist wichtig, dass Du Dich nicht unter Druck setzt. Wenn Stillen nur noch Überforderung, Abwehr oder starken Stress auslöst, darf auch ein anderer Weg heilsamer für Eure Beziehung sein. Es geht nicht darum, eine bestimmte Dauer zu erreichen. Es geht darum, die Bedürfnisse Deines Kindes und Deine eigenen ehrlich wahrzunehmen und daraus eine liebevolle, tragfähige Entscheidung entstehen zu lassen.

Wenn du deine Erfahrungen gemeinsam sortieren möchtest, schreib mir gerne eine Nachricht.

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